Newsletter

 

Star im Prachtkleid Georg Dorff
Foto: Georg Dorff (Ausschnitt)

Liebe NABU-Mitglieder und Naturfreunde,

der Sommer 2018 neigt sich dem Ende. Es war einmal mehr ein Extremsommer mit hohen Temperaturen und einem großen Niederschlagsdefizit. Wer in Köln blieb konnte den Wärmeinseleffekt ausschwitzen. Denn laut dem Wasserversorgungskonzept Köln (Seite 33) bestehen Temperaturunterschiede von etwa 10°C zwischen der dicht bebauten Innenstadt und dem Außenbereich.

In der Natur sind die Schäden des Extremsommers überall sichtbar. Den ganzen Sommer über wurden wir an den heißen und trockenen Tagen auf tote Tiere angesprochen. Bei den Bäumen wird es sich erst im nächsten Frühjahr zeigen, welche es durch die Dürre geschafft haben. Einige wenige hatten das Glück, dass sie gewässert wurden. Gerade bei den Neupflanzungen und den Straßenbäumen waren Notmaßnahmen erforderlich, um den Hitze- und Trockenstress der Bäume zu lindern.

Mit dem Ende der Sommerpause stehen auch wieder viele Entscheidungen und Beratungen über Projekte an, die unser Kölner Grünsystem umgestalten und reduzieren werden. Neben den Neubauvorhaben, verursachen die zahlreichen Planungen für Sportanlagen im inneren Grüngürtel und im äußeren Grüngürtel weiteren Verlust an Grünfäche. Das befördert wiederum den Wärmeinseleffekt in Köln und sorgt für vorprogrammiertes Schwitzen im nächsten Extremsommer.

Dieser Newsletter zeigt, dass sich erfreulicher Weise viele Akteure im NABU Köln für den Erhalt der Natur einsetzen.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Ihr,
NABU Stadtverband Köln

P.S. Bitte den Anmeldungslink für den NABU-Köln Newsletter an Interessierte weitergeben.

Großes Mausohr - Foto: Otto Schäfer
Foto: Großes Mausohr - Otto Schäfer

'Bat Night' -

22. Internationale Fledermausnacht

Am letzten Wochenende im August war es wieder so weit: Die Internationale Fledermausnacht (International Bat Night) wurde gleichzeitig in mehr als 35 Ländern zelebriert. Die vom Europäischen Büro für Fledermausschutz (Eurobats) ausgerufene Bat Night ist mittlerweile schon fast überall feste Tradition. In Deutschland wird sie vom Naturschutzbund (NABU) organisiert. Allein in der Bundesrepublik fanden diesmal mehr als 200 Veranstaltungen rund um die Fledermaus statt.

Die Bat Night möchte einerseits das Interesse der Bevölkerung an den Flugakrobaten der Nacht wecken und auf der anderen Seite den Wissensdurst rund um die Fledermaus befriedigen. In Deutschland leben bis zu 25 verschiedene Fledermaus-Arten, etwa sieben davon sind bei uns in Köln anzutreffen.

Auch der Kölner NABU-Stadtverband (AK Fledermäuse) veranstaltete wieder seine Bat Night am Adenauer Weiher. Zu der von Claudia Trunk organisierten Veranstaltung fanden sich am Samstagabend, dem 25. August insgesamt ca. 50 Interessierte am Adenauer Weiher ein. Unter ihnen waren viele Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern, aber genauso auch Studierende. Sie alle ließen sich in die Biologie dieser faszinierenden, flugfähigen Säugetiere einführen. Sie konnten zunächst einen mit anschaulichen Fotos untermauerten Vortrag von Trunk hören, der über Lebensweise und Besonderheiten der bei uns auftretenden Fledermausarten informierte.

Alle drei Fledermausarten, die am Adenauer Weiher beobachtet werden konnten, stehen unter Artenschutz. Die Fledermäuse sind vor allem deswegen vor dem Aussterben bedroht, weil die Landschaft zunehmend zersiedelt wird und dörfliche Strukturen verschwinden. Windkraftanlagen stellen lokal für manche Arten eine große Gefährdung dar. Noch nicht einschätzbar sind neue Entwicklungen der Landwirtschaft, etwa der großflächige Anbau von Energiepflanzen wie z.B. Raps.

Die Kölner Bat Night war sicherlich für alle Beteiligten ein Abend, reich angefüllt mit vielen neuen und interessanten Eindrücken. Unser Dank gilt allen interessierten Besucher*innen, ganz besonders aber auch den NABU-Helfer*innen, die zum Gelingen dieser Fledermausnacht beigetragen haben!

Der ausführliche Bericht zur Bat Night 2018 mit Bildern ist auf der Nabu-Köln Webseite zu finden.

Usutu-Virus tötet mehr Amseln denn je

Amsel mit Usutu Symtomen
Foto: Amsel mit Usutu Symptomen von NABU Anke Asendorf
Das durch den Usutu-Virus verursachte Amselsterben nimmt in diesem Jahr in Deutschland offensichtlich immer größere Ausmaße an. Gab es bis vor einer Woche erst 1.500 an den NABU gemeldete Verdachtsfälle, sind es heute bereits über 5.000 Meldungen mit mehr als 10.000 kranken oder verendeten Vögel – meist Amseln, aber in geringen Zahlen auch Singdrosseln, Haussperlinge, Meisen und andere Arten.

Die meisten toten Vögel gibt es in Regionen, in denen das Virus sich erstmalig ausbreitet. In diesem Jahr betrifft dies vor allem den Norden, mit je etwa 800 Meldungen aus Niedersachen und Hamburg und vielen weiteren aus Bremen und Schleswig-Holstein. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat inzwischen bereits 132 eingesandte tote Vögel untersucht. Bei einem Drittel dieser Vögel konnte das Usutu-Virus labortechnisch nachgewiesen werden. Eine Karte der Herkunft nachweislich infizierter Vögel zeigt, dass es inzwischen aus 13 von 16 Bundesländern Usutu-Nachweise gibt. Lediglich in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gab es noch keine Labornachweise. Dies spiegelt sich auch in der Herkunft der Verdachtsmeldungen wider: Aus den sechs östlichen Bundesländern und dem Saarland gibt es bisher nur vereinzelte Meldungen.

Melden Sie bitte kranke oder tote Amseln: Meldeaktion und Informationen zum Amselsterben

Bitte machen Sie bei Ihrer Meldung möglichst genaue Angaben zu Fundort, Funddatum und den näheren Fundumständen und zu den Symptomen der Vögel. Auch 2018 sammelt der NABU alle Daten, wertet sie aus und stellt sie Wissenschaftlern zur Verfügung

Insektenwnad
Foto: Birgit Röttering

Neue Insektenwand in Langel

Nicht nur durch die Aussaat von Wildpflanzen und die Errichtung von blütenreichen Bereichen will sich der NABU für die Biodiversität einsetzen, sondern auch mit der Gestaltung einer Wildbienennisthilfe das Thema Insektenrückgang zum Thema machen.

Dank der Unterstützung von Aktion Mensch wird auf der Streuobstwiese in Köln Langel / Worringen eine neue Insektenwand errichtet. Die erste Aktion fand bereits statt, es wurde Holzklötze aus Eiche gebohrt und in den einzelnen Gefachen der Wand befestigt. Auch vorher gebündelte Röhrchen aus Bambus wurden eingesetzt. Der Bau und die Befüllung einer Insektennisthilfe dient natürlich meist nicht den ganz seltenen Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Aber so eine Wand dient als Medium, um auf die Artengruppe der Wildbienen aufmerksam zu machen und den uns bekannten Arten eine Unterkunft zu bieten, ihre Eier abzulegen. Neben den Eichenklötzen und den Bambusröhrchen wird es in den nächsten Wochen auch eine Befüllung mit Lehm geben.

Mauerseglerprojekt mit der Stadt Köln
Foto: Astrid Schüßler, Abteilungsleiterin Gebäudewirtschaft Stadt Köln, Michael Igler und Birgit Röttering bei der Anbringung der Kästen.

Mauerseglerprojekt - Offensive mit der Stadt Köln

Im Mauerseglerprojekt sind in den letzten Wochen vermehrt Kästen an Schulen und öffentlichen Verwaltungsgebäuden der Stadt Köln angebracht worden.

Die Stadt Köln will zusammen mit dem NABU Stadtverband in den nächsten Jahren in jedem Bezirk Kästen für Mauersegler an verschiedenen Schulen aufhängen und so der Wohnungsnot der Stadtvögel entgegenwirken. Mauerseglerkästen müssen sehr hoch hängen, weil die Jungtiere nicht wie andere Vögel Flugübungen machen können, sondern sich Ende Juli aus dem Nistkasten stürzen und dann direkt für die nächsten Monate in der Luft bleiben. Mauersegler sind Langstreckenzieher und Dauerflieger und verbringen die meiste Zeit ihres Lebens in der Luft.

Die Förderschule Auguststraße in Nippes bekam in 13 m Höhe zwei neue Kästen und wir hoffen, dass schon im neuen Jahr die Mauersegler dort einziehen werden. Das Projekt wird finanziert von der SUE, der Stiftung für Umwelt & Entwicklung und der HIT-Stiftung.

Friedhof Köln Kalk: NABU Schild
Foto: Schild auf dem Friedhof

Naturschutz auf dem Friedhof in Kalk -

Dringend helfende Hände gesucht!

... auf Initiative von Stefanie Biel, einer Anwohnerin, haben Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung mit Unterstützung des NABU im Frühjahr diesen Jahres auf dem Kalker Friedhof am Kratzweg ein kleines Insektenschutz-Projekt gestartet. Inmitten einer Wildwiese wurden auf einer Fläche von ca. 200m2 ein kleiner Teich angelegt, Schuttsteine und eine größere Menge Totholz angehäuft, 2 Wildbienen-Nisthilfen aufgestellt und Nahrungspflanzen für Insekten ausgesät oder angepflanzt.

Für die weitere Pflege und Gestaltung der Fläche werden noch helfende Hände gesucht. Wer hat den "grünen Daumen" und Freude daran, uns beim "gärtnern" zu unterstützen? Angesichts der Trockenheit in den letzten Wochen freuen wir uns über jeden, der auch beim Gießen der Anpflanzungen gelegentlich aushelfen kann.

Interessenten wenden sich bitte an unsere Geschäftsstelle

Foto: unbekannt

Stammtisch des NABU Köln am 3. September

Montag, 03. September, 19.00 Uhr

Jeden ersten Montag im Monat findet der NABU-Stammtisch statt. Mitglieder und NABU-Interessierte haben die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre über alles rund um die Natur auszutauschen, Ideen zu entwickeln und andere NABU-Mitstreiter kennenzulernen.

Bitte kommt, wie bisher auch ohne Anmeldung, zum nächsten Stammtisch am 03. September, 19.00 Uhr, in die Luxemburger Str. 295, 50939 Köln.

NABU_Pflanzung- von Sebastian Hennigs (NABU)
Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Naturtrainer-Projekt

Im November starten wieder die neuen Ausbildungsworkshops "Naturtrainerinnen und Naturtrainer in NRW" des NABU Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Auch in Köln wird diese Ausbildung nun zum zweiten Mal stattfinden.

Wer Spaß daran hat, ehrenamtlich in Kitas aktiv zu werden und Kindern die heimische Natur näher zu bringen, kann sich ab sofort für die Ausbildung zum Naturtrainer bewerben. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenfrei. Im Folgenden sind die 10 Workshoptermine aufgeführt: In NRW führen viele NABU-Gruppen Artenschutzprojekte für Amphibien durch. Die NABU-Naturschutzstation Leverkusen/Köln ist aktuell an einem Projekt zum Schutz der Wechselkröte beteiligt. Der NABU-NRW ist jetzt Partner eines großflächigen Schutzprogrammes für die Gelbbauchunke. Diese Unke lebt auch in kleineren Vorkommen in der Nähe von Köln.

01. Termin: Donnerstag, den 08. November 2018
02. Termin: Freitag, den 07. Dezember 2018
03. Termin: Freitag, den 11. Januar 2019
04. Termin: Freitag, den 08. März 2019
05. Termin: Freitag, den 12. April 2019
06. Termin: Freitag, den 10. Mai 2019
07. Termin: Freitag, den 21. Juni 2019
08. Termin: Freitag, den 12. Juli 2019
09. Termin: Freitag, den 13. September 2019
10. Termin: Freitag, den 11. Oktober 2019

Die Workshops beginnen jeweils um 10.00 Uhr und enden gegen 16.00 Uhr.

Wer Interesse an der Natur hat und bereit ist, sich in neue Themenbereiche einzuarbeiten, um dann kindgerecht den Naturgedanken an die Kinder weiterzugeben, richte seine Kurzbewerbung mit Lebenslauf, Anschreiben und kurzer Begründung, warum Sie ehrenamtliche/r Naturtrainerin/Naturtrainer werden möchten bis zum 21. September bitte an Frau Claudia Trunk.

Naturkundliche Exkursionen, Führungen und Termine im September 2018

Windknollen
Foto: Jakob Risch
Samstag, 08. September 2018, 19.30 Uhr
Fledermausführung am Adenauer Weiher
Auf dem abendlichen Spaziergang können drei verschiedene Arten der nachtaktiven Flugakrobaten beobachtet und ihre Verhaltensweisen kennen gelernt werden.
Treffpunkt: Einfahrt Parkplatz Club Astoria (Schranke),Guts-Muths-Weg 3, an der Jahnwiese, 50933 Köln

Sonntag, 16. September 2018, 9.00 Uhr
Einwanderer aus Fauna und Flora
Manfred Hebborn zeigt im Naturschutzgebiet Flittarder Rheinaue, welche Pflanzen sich als „Neubürger“ am Rhein angesiedelt haben.
Treffpunkt: Parkplatz Hubertusstr. / Rheindamm, KVB-Haltestelle Edelhofstrasse, Bus 152

Sonntag, 23. September 2018 von 10.00 – 18.00 Uhr
Kölner Zootag
Kölner Zootag mit zahlreichen Extras und Sonderaktionen für die ganze Familie und einem Informationsstand des NABU über die Arbeit und die aktuellen Projekte.
Treffpunkt: Kölner Zoo, Riehler Str. 173, 50735 Köln

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